Polkadot – das dezentrale Web 3.0
In unserer neuen Blogserie haben wir uns dazu entschieden, Ihnen nach und nach alle Kryptowährungen vorzustellen, die Teil unseres dynamischen Portfolios sind. Im folgenden Blog stellen wir Ihnen Polkadot vor – eine Kryptowährung, deren Popularität täglich wächst, insbesondere dank ihres enormen Innovationspotenzials und der Möglichkeit, ein realer und anerkannter Konkurrent von Ethereum zu werden.

Geschichte
Hinter der Kryptowährung Polkadot steht ein Gründertrio unter der Leitung von Dr. Gavin Wood, der zu den bedeutenden Persönlichkeiten der frühen Ethereum-Phase gehört. Wood war nicht nur Mitbegründer von Ethereum, sondern auch dessen technischer Direktor und leitender Entwickler. Er erfand die Programmiersprache Solidity, die bis heute zum Schreiben von Smart Contracts verwendet wird.
Das Whitepaper dieser Kryptowährung wurde bereits im Oktober 2016 veröffentlicht. Das Unternehmen organisierte jedoch erst im Jahr 2017 während des damaligen ICO-Booms ein öffentliches Token-Angebot. Den Gründern gelang es, durch das ICO (Initial Coin Offering) unglaubliche 144,63 Millionen US-Dollar für die Entwicklung dieser Plattform einzusammeln.
Gemessen an der Höhe des eingesammelten Kapitals in der Anfangsphase handelt es sich um eines der erfolgreichsten Projekte der Geschichte. Anschließend fanden in den Jahren 2019 und 2020 noch zwei weitere Finanzierungsrunden statt, bei denen zusätzliche 43 Millionen US-Dollar eingesammelt wurden, was den offiziellen Start von Polkadot ermöglichte. Der Genesis Block des Netzwerks entstand am 26. Mai 2020, als das Netzwerk offiziell gestartet wurde.
Was ist Polkadot?
Polkadot ist ein Netzwerkprotokoll, das die Übertragung beliebiger Daten (nicht nur von Tokens) über Blockchains ermöglicht. Es handelt sich um eine Blockchain der neuen Generation, die Cross-Chain-Kommunikation (Interoperabilität) ermöglicht, indem mehrere Blockchains zu einem einzigen Netzwerk verbunden werden. Die Grundlage des gesamten Ökosystems ist die Optimierung einer Lösung, bei der mehrere Blockchains auf einer gemeinsamen Basis funktionieren können, wobei jede dieser Blockchains auf die Lösung eines bestimmten Problems spezialisiert sein kann.
Das Ökosystem der Kryptowährung Polkadot wächst täglich weiter, da Entwickler auf der ganzen Welt zunehmend die Vorteile dieses flexiblen, effizienten und sicheren Netzwerks erkennen. Die Vereinigung mehrerer spezialisierter Blockchains, die sich jeweils auf die Lösung eines konkreten Problems konzentrieren, in einem hoch skalierbaren vernetzten Netzwerk ermöglicht es jeder Blockchain, ihr volles Potenzial zu entfalten.
Auf der Polkadot-Plattform müssen Projekte nicht länger miteinander konkurrieren. Die Blockchains im Polkadot-Netzwerk können miteinander zusammenarbeiten und sich gemeinsam auf die Unabhängigkeit von der zentralisierten Welt vorbereiten.
Relay Chain
Die Relay Chain ist die Haupt-Blockchain des Polkadot-Netzwerks. Sie kann als grundlegender Baustein des gesamten Ökosystems betrachtet werden. Polkadot verwendet den NPoS-Konsensmechanismus (Nominated Proof-of-Stake), sodass alle Validatoren im Netzwerk DOT-Token direkt über die Relay Chain staken und dadurch an deren Validierung und Sicherheit beteiligt sind. Die Relay Chain ermöglicht schnelle Echtzeit-Transaktionen innerhalb des gesamten Netzwerks und fungiert als Kommunikations-„Knotenpunkt“ zwischen den Parachains im Polkadot-Netzwerk. Die Relay Chain selbst verfügt jedoch nicht über Smart-Contract-Funktionalität.

Quelle: Polkadot.network
Substrate Framework
Eine wichtige Funktionalität des Polkadot-Netzwerks ist das Substrate Framework, das vom Unternehmen Parity entwickelt wurde. Seine Aufgabe besteht darin, den Prozess der Erstellung, Bereitstellung, Aktualisierung und des Experimentierens mit verschiedenen Blockchain-Typen, die auf die Lösung eines bestimmten Problems ausgerichtet sind, erheblich zu vereinfachen.
In der Vergangenheit war die Einführung einer eigenen Blockchain unverhältnismäßig schwierig und kostspielig, woran zahlreiche Projekte scheiterten. Die Hauptaufgabe des Substrate Frameworks besteht daher darin, die begleitenden Prozesse zu erleichtern und Entwicklern dezentraler Anwendungen zu ermöglichen, sich stärker auf Innovation und Weiterentwicklung zu konzentrieren als auf den Aufbau und die Wartung der Blockchain selbst. Ein Beispiel für ein Projekt, das auf dem Substrate Framework basiert, ist Edgeware.
Parachains und Parathreads
Parachains sind unabhängige Blockchains, die auf der Relay Chain laufen und dadurch verschiedene netzwerkspezifische Funktionen für das Polkadot-Netzwerk bereitstellen. Jede Parachain innerhalb des Netzwerks kann eine andere Funktion haben – eine kann eine Umgebung für Smart Contracts bieten, eine andere Zahlungen zwischen Blockchains beispielsweise mithilfe eigener Stablecoins ermöglichen und eine weitere kann auf Sicherheit und Anonymität ausgerichtet sein. Auf Polkadot können somit verschiedene Parachains entstehen, wobei jede ein eigenes spezifisches Problem löst.
Eine Parachain verfügt in der Regel über eine eigene Leitung und ein eigenes Entwicklerteam. Jede Parachain, die Teil der Relay Chain werden möchte, muss zunächst eine Auktion im Polkadot-Ökosystem gewinnen. Gewinner der Auktion wird immer die Parachain, die über die größte Menge an DOT-Token innerhalb der jeweiligen Auktion verfügt.
Der Trick besteht darin, dass das jeweilige Projekt die Token entweder kaufen muss (was sich positiv auf deren Preis auswirkt) oder sie von Nutzern der DOT-Community leiht, die Potenzial in dem jeweiligen Projekt sehen.
Die Belohnung für die Verleiher kann anschließend in Form von Zinserträgen oder neu ausgegebenen Tokens der jeweiligen erfolgreichen Parachain erfolgen.
Parathreads funktionieren nach einem sehr ähnlichen Prinzip wie Parachains. Der Hauptunterschied liegt in ihrem wirtschaftlichen und betrieblichen Modell. Parathreads sind vorteilhafter für Projekte und Lösungen, bei denen keine dauerhafte Verbindung zum Netzwerk erforderlich ist. Ein Parathread kann beispielsweise für eine einmalige Verbindung zum Netzwerk genutzt werden, um notwendige Daten zu erhalten.
Wozu dienen Bridges?
Die grundlegende Technologie der Interoperabilität jeder Blockchain ist der Aufbau sogenannter Bridges. Ein wichtiger Bestandteil von Polkadot ist auch die Ausrichtung auf die mögliche Kommunikation mit Blockchains, die außerhalb des Polkadot-Ökosystems funktionieren. Dieses Problem versucht Polkadot durch die Implementierung von Parachains zu lösen, die speziell auf Interoperabilität ausgerichtet sind. Der Kern des Problems besteht darin, dass das Polkadot-Netzwerk künftig mit anderen Blockchains wie Ethereum oder Cardano kommunizieren kann.
Die Technologie des forklosen Upgrades
Die „Forkless Upgrade“-Technologie gehört zu den bedeutendsten technologischen Veränderungen, die Polkadot in die Welt der Kryptowährungen bringen möchte. Es handelt sich um eine Technologie, die die Notwendigkeit von Forks durch ein spezielles Governance-Modell ausschließt, das direkt in die Relay Chain integriert und durch einen transparenten Netzwerkmechanismus ausgeführt wird.
Innerhalb dieses Mechanismus können Netzwerkteilnehmer über sämtliche Änderungen bezüglich der Weiterentwicklung dieser Kryptowährung entscheiden. Darüber hinaus hat jede Blockchain, die auf Polkadot läuft, die Möglichkeit, ein eigenes Governance-Abstimmungsmodell zu erstellen, wodurch Probleme einzelner Blockchains durch interne Entscheidungsmechanismen gelöst werden können. Aus diesem Grund ist es nicht notwendig, das gesamte Netzwerk zu forken.
Kusama und Polkadot
Kusama, auch als „Kanarienvogel des Polkadot-Netzwerks“ bezeichnet, ist ein Schwester-Netzwerk von Polkadot, das auf demselben Prinzip basiert wie Polkadot selbst. Während Polkadot auf Fehlerfreiheit ausgerichtet ist, fungiert Kusama als eine Art „Testnet“ für das Polkadot-Netzwerk.

Quelle: Polkadot.network
Kusama bietet eine optimierte Umgebung zum Testen neuer Funktionen und Änderungen vor deren direkter Implementierung auf Polkadot selbst. Gleichzeitig fungiert es als Blockchain, an die sich verschiedene interessante Projekte anschließen können – genauso wie bei Polkadot selbst. Kusama könnte künftig eine günstigere und vorteilhaftere Alternative für einzelne Parachains darstellen.
DOT-Token
DOT ist der native Token des Polkadot-Netzwerks. Genauso wie ETH der native Token des Ethereum-Netzwerks oder ADA der native Token des Cardano-Netzwerks ist.
Der Token des Polkadot-Netzwerks erfüllt drei grundlegende Funktionen:
- Governance: Inhaber von DOT-Token haben die volle Kontrolle über das Netzwerkprotokoll und können an Abstimmungen über die Zukunft des Protokolls teilnehmen. Sie können beispielsweise über die Dynamik von Auktionen oder die Höhe der Netzwerkgebühren entscheiden.
- Staking: Da Polkadot den Proof-of-Stake-Konsensmechanismus verwendet, wird der DOT-Token von verschiedenen Investorengruppen gehalten, die Teil des Netzwerks sein und an dessen Entwicklung und Entscheidungsfindung teilnehmen möchten. Investoren können DOT-Token staken und dafür Belohnungen erhalten.
- Bonding: DOT-Token werden beim Anschluss neuer Parachains verwendet. Wenn sich eine neue Parachain dem Polkadot-Ökosystem anschließt, bleiben ihre DOT-Token gesperrt, bis die jeweilige Parachain nicht mehr genutzt wird.
Der inflationäre Charakter des DOT-Tokens
Die Token des Polkadot-Netzwerks haben keinen deflationären Charakter. Das bedeutet, dass sie keine im Voraus festgelegte maximale Umlaufmenge besitzen, wie es beispielsweise bei Bitcoin, Litecoin oder Cardano der Fall ist. Aus diesem Grund kann Polkadot in die Kategorie der inflationären Kryptowährungen eingeordnet werden, zu denen auch Ethereum, Solana oder IOTA gehören. Die aktuelle Inflation der Token liegt bei 10 % pro Jahr, wobei das Staking der Token Validatoren eine durchschnittliche jährliche Rendite von bis zu 13 % bringt.
Aktueller Stand – Testnet
Derzeit befinden wir uns in einer Phase, in der keine Parachains mit Polkadot verbunden sind. Mehrere Projekte laufen jedoch bereits im Testnet, wo Fehler gesucht und behoben werden. Sobald die Entwickler sicher sind, dass der Quellcode bereit für die vollständige Implementierung ist, werden die Auktionen für einzelne Parachains eröffnet, die sich schrittweise dem Polkadot-Ökosystem anschließen werden. Laut neuesten Informationen ist die Öffnung der ersten Parachain-Slots im Kusama-Netzwerk bereits für den 15. Juni geplant.
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